Natur- und Waldkindergarten Teningen e.V.

Konzeption Natur und Waldkindergarten Teningen e.V.

Stand 03/2014


1. Rahmenbedingungen

1.1. Träger

1.2. Einrichtung und Personalstruktur

1.3. Teamarbeit/Supervision und Fortbildungen

1.4. Öffnungszeiten/Schließzeiten

1.5. Zusammenarbeit mit den Eltern

1.6.Tagesberichte und Infos

2. Der Tagesablauf bei uns im Waldkindergarten

2.1. Die Bring- und Abholzeiten

2.2. Der Morgenkreis

2.3. Die Tagseplätze

2.4. Das Frühstück

2.5. Das Freispiel

2.6. Der Abschlusskreis

2.7. Besondere Tage bei uns im Waldkindergarten

3. Pädagogisches Konzept

3.1. Warum Waldkindergarten

3.2. Die Rolle der Erziehenden

3.3. Einige wichtige Regeln bei uns im Wald

3.4. Der Umgang mit Gefahren im Wald

3.5 Partizipation

3.6 Hunde als tägliche Begleiter

 


 







1. Rahmenbedingungen

1.1 Träger

Träger ist der staatlich anerkannte Verein „Natur und Waldkindergarten Teningen e. V.“ Dieser besteht seit Juni 2001.

1.2 Einrichtung und Personalstruktur

Auf einer im teninger Waldgebiet „Allmend“ gepachteten Wiese, befindet sich eine finnische Kota ( Holzhaus ) mit ca. 25qm welche durch einen Schwedenofen beheizt wird..

Das Erzieherteam bilden mindestens zwei ausgebildete Fachkräfte und eine Anerkennungspraktikantin oder dritte Fachkraft jeweils in Vollzeit. Diese werden zeitweise durch Praktikanten unterstützt.

1.3 Teamarbeit / Supervision und Fortbildungen

Einmal in der Woche treffen sich die Fachkräfte zur Teambesprechung. Mindestens einmal im Monat treffen sich Erzieher und Vorstand zum Austausch über Theorie und Praxis.

Die Fachkräfte nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Tagungen teil.

Auch besteht jederzeit die Möglichkeit zur Supervision.

1.4 Öffnungszeiten / Schließzeiten

Der Waldkindergarten ist von Montag bis Freitag von 7.30Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet. Ausnahmen bilden Schließtage und gesetzliche Feiertage.

Im Kindergartenjahr 2014 haben wir 14 Schließtage.

1.5 Zusammenarbeit mit den Eltern

- Die Eingewöhnung des Kindes

Um das Loslösen für Kind und Eltern so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten, bieten wir Schnuppertage an. Denn das Auseinandergehen von Kind und Elternteil ist Anfangs oft nicht leicht. In dieser Zeit suchen wir vermehrt das persönliche Gespräch zu den Eltern. In der Eingewöhnungsphase, bildet ein Erzieher eine besondere Bezugsperson für das Kind und dessen Eltern. Dies stellt sich in der Eingewöhnungszeit heraus.

- Das Elterngespräch

Pro Kind und Jahr besteht die Möglichkeit für mindestens ein Elterngespräch. Auch besteht eine feste Elternsprechzeit pro Woche.

Hierbei berichten wir über den Entwicklungsstand, die Fortschritte, das Spielverhalten und wie wir das Kind im Kindergarten erleben.

Wichtig ist es uns hierbei zu erfahren, wie sich das Kind zuhause verhält, ob es zuhause Veränderungen gab oder geben wird; damit wir einem evtl. veränderten Verhalten des Kindes positiv begegnen können. Den Themen und Anliegen der Eltern wird ebenso große Beachtung geschenkt.

- Der Elternabend

Wir veranstalten drei bis vier Elternabende im Kindergartenjahr.

Zu Beginn des Kindergartenjahres werden die Elternbeiräte gewählt. Sie bilden zum einen das Bindeglied zwischen Fachkräften und Vorstand und zum anderen das Bindeglied zwischen Fachkräften und Eltern und vertreten weiterhin unsere Interessen bei den Elternbeiratssitzungen der Gemeinde Teningen.

- Mitarbeit der Eltern im Alltag

Die Eltern bringen uns täglich in einem Kanister Brauchwasser zum Händewaschen, eine Familie bringt uns Freitagsvesper und einmal die Woche wird die Kota geputzt. Das angefallene Geschirr wird von den Eltern zuhause gewaschen sowie angefallene Wäsche oder Handtücher. Auch sind wir auf Fahrgemeinschaften der Eltern bei Ausflügen, am Schwimm- und Fahrzeugtag, oder an Gruppenfesten angewiesen.

Die Eltern unterstützen uns bei der Durchführung von Veranstaltungen wie Märkten ( Flohmärkte, Weihnachts- und Ostermarkt ) oder Festen- Arbeitseinsätze der Eltern

Da wir eine Elterninitiative sind, benötigen wir die Mithilfe der Eltern. Im Kindergartenjahr fallen regelmäßig kleinere Arbeiten wie. z.B. Geländepflege, Brennholzsägen und- aufsetzen, die Pflege der Kota, etc. an. Diese sind für den reibungslosen Ablauf im Kindergarten notwendig und sollten von den Eltern übernommen werden. Grundlegend sind täglich auf die Mithilfe / Mitarbeit unserer Eltern angewiesen.

- Übergang in die Schule

Um den in dieser Phase entstehenden Unsicherheiten entgegen zu wirken, bieten wir den Schulanfängerkindern regelmäßige Angebote und Projekte an und bereiten sie so besonders auf die Schule vor. Auch stehen wir in Kooperation mit der Johann Peter Hebel Grundschule.

- Elternbriefe

Aktuelle Anlässe, Termine, Ausflüge und wichtige Mittelungen erreichen die Eltern zusätzlich durch einen Elternbrief. Dieser ist wichtiger Baustein bezüglich der Transparenz unserer Arbeit und bildet einen ergänzenden Teil in der Kommunikation zwischen Fachkräften und Eltern.

1.6. Tagesberichte und Infos

Wichtige Ereignisse im Tagesablauf schreiben wir täglich an unsere Waldkindergartenstellwand. Termine und wichtige Mitteilungen für die Eltern aktualisieren wir täglich auf unserem Whiteboard am Bring- und Abholplatz.

Dies ist auch Teil der notwendigen Transparenz zwischen Eltern und der erzieherischen Arbeit.

2. Der Tagesablauf in unserem Waldkindergarten

2.1. Die Bring- und Abholzeit

7.30 Uhr – 8.55 Uhr und von 13.30 Uhr – 14.00 Uhr

Hier ist Zeit für kurze Gespräche mit dem Erzieherteam über wichtige Ereignisse oder das Befinden des Kindes. Im Krankheitsfall sollte das Kind in dieser Zeit abgemeldet werden.

2.2 Der Morgenkreis

Um 9.00 Uhr beginnen wir unseren gemeinsamen Morgenkreis. Dort sitzen oder stehen wir, reichen uns die Hände und besinnen uns. Wenn alle leise geworden sind, begrüßen wir uns z.B. mit einem Bewegungslied. Wir besprechen unseren Tagesablauf, zählen die Kinder, verteilen unsere Tagesaufgaben, stimmen über den Tagesplatz ab, machen Fingerspiele, singen Lieder etc.

Je nach Witterung verbringen wir 20-45 Minuten im Morgenkreis.

Nach dem Morgenkreis gehen wir zurück zum Bring und Abholplatz, die Kinder ziehen sich ihre Rucksäcke auf den Rücken, und wir starten gemeinsam zum vereinbarten Tagesplatz.

2.3 Die Tagesplätze

Wir besuchen regelmäßig 10 verschiedene Waldplätze. Damit wir alle Plätze anlaufen und somit auch Abwechslung geboten wird, besuchen wir in der Regel, jeden Platz max. zwei mal in der Woche. Am Platz angekommen werden die Rucksäcke an einem festen Platz abgelegt und die Kinder können bis in Ruhe ankommen und ins Freispiel gehen.

2.4 Das Frühstück

Vor dem Frühstück geht jedes Kind Händewaschen. Unsere Hände waschen wir immer mit umweltneutraler Seife. Das Wasser hierfür bringen wir selbst im Kanister mit. Ebenso auch ein Handtuch.

Das Frühstück beginnt wie der Morgenkreis mit dem Händereichen und Leisewerden. Hierbei sitzen wir gemeinsam im Kreis. Nach dem gemeinsamen Vesperspruch beginnt die Essenszeit. Zu Beginn der Essenszeit dreht ein Kind unsere „ Tauschen erlaubt Sanduhr“ um, nach deren Durchlauf die Kinder ihre mitgebrachten Speisen oder Getränke frei tauschen dürfen.

Wir legen großen Wert auf ein ausgewogenes, gesundes, geselliges, ruhiges Frühstück.

Das gemeinsame Frühstück ist beendet, wenn mehr als die Hälfte der Kinder fertig sind. Diese können dann aufstehen, während die Anderen in Ruhe weiter essen können. Es ist uns wichtig, die Waldplätze so zu verlassen wie wir sie vorgefunden haben und nehmen unsere Abfälle wieder mit nach Hause. Auch legen wir besonderen Wert auf ein müllfreies Vesper. Nach dem Frühstück werden die Vesperdosen und Flaschen wieder im Rucksack verstaut.



2.5 Das Freispiel

Das freie Spiel der Kinder hat für diese und uns als Erzieher eine ganz besondere Bedeutung. So können die Kinder für sich selbst wählen mit wem, mit was und wo sie spielen möchten. Es ist uns wichtig die Kinder im Freispiel so wenig wie nötig zu stören oder ins Spiel einzugreifen. Wir als Erzieher bleiben im Hintergrund und beobachten das Spiel der Kinder aus einer Entfernung, welche selbstvergessenes Spiel bedingungslos zulässt und die Kinder somit nicht beeinflusst oder stört. Ein Spiel in welchem sich Kinder beobachtet fühlen ist kein echtes Spiel und stört die Hingabe und die Selbstvergessenheit. Hier kann man auch keine echten Beobachtungen dokumentieren.

Die Kinder können mit ihren Anliegen jederzeit zu uns kommen, uns um Hilfe bitten oder Nähe und Trost erfahren.



2.6 Der Abschlusskreis

Nach dem Freispiel räumen wir gemeinsam auf und treffen uns zum Abschlusskreis

Jetzt kann nochmals frei gegessen und getrunken werden und währenddessen wird eine Geschichte oder ein Märchen erzählt oder gelesen. Auch werden gemeinsam Lieder gesungen oder Kreisspiele gespielt.

Danach packen alle Kinder selbst ihre persönlichen Gegenstände ein und wir machen uns auf den Rückweg zum Abholplatz.



2.7. Besondere Tage bei uns Im Waldkindergarten

- Dienstag ist Französischtag

- Mittwoch ist Fahrzeugtag

- Donnerstags ist Waldkinotag ( Bilderbuch- oder Bildbetrachtung).

- Jeden Freitag bekommen wir von einer anderen Familie Vesper, welches mit den Kindern gemeinsam zubereitet wird.

- Der erste Dienstag im Monat ist Spielzeugtag.

- Am zweiten Dienstag im Monat Vespern wir gruppenübergreifend gemeinsam mit den Waldmäusen.

- Der letzte Montag im Monat ist Schwimmbadtag

- Wir machen regelmäßig Ausflüge für die gesamte Gruppe und speziell für die Schulanfänger

- Mindestens dreimal in der Woche singen wir mit den Kindern im Morgen und Abschlusskreis.

- Wir bieten den Kindern mindestens zweimal in der Woche ein konkretes Angebot an.

- Es finden regelmäßige Kooperationstermine statt.



3. Pädagogisches Konzept

Der Kern unserer Arbeit ist es den Kindern genügend Möglichkeiten und den Freiraum zum eigenen kreativen Forschen und Entdecken zu geben und es Ihnen zu ermöglichen, ihren ganz individuellen, festen Charakter zu entwickeln und die Kinder zu vielfältigen eigenen Erfahrungen anzuregen. Besonders wichtig ist hier das Erfahren im eigenen, selbständigen Tun.

Unser Ziel ist, es den Kindern zu ermöglichen, sich in wichtige, sie betreffende, Entscheidungen, mit einzubringen; z.B. in die Wochenplanung. Das gegenseitige Verhältnis zwischen Kind und Erzieher ist durch Vertrauen geprägt. Den Kindern etwas zuzutrauen, sie stets positiv wertzuschätzen und ihre Bedürfnisse sehr ernst zu nehmen ist unser primäres Ziel.

Den Kindern viele Freiräume geben, in welchen sie lernen können mit diesen adäquat umzugehen. Ein weiteres Ziel ist es, dass die Kinder, welche unsere Einrichtung in die Schule verlassen, eigenverantwortlich, hinterfragend, selbständig, sich selbst und Anderen gegenüber bewusst und in sich selbst positiv gefestigt sind.



3.1 Warum Waldkindergarten

- Im Wald gibt es noch Ruhe und somit sehr wenig Lärmbelastung und damit verbunden weniger Stress für die Kinder.

- Genügend Raum für vielfältige ganzheitliche Bewegung.

- Scheinbar unendliche Reizvielfalt zum Forschen und Entdecken

- Leben mit und in der Natur / Naturkreisläufe

- Die Achtung vor der Natur hautnah erleben und erfahren

- Kaum bis kein vorgefertigtes Spielzeug

- Die Begebenheiten im Wald fördern die soziale Kompetenz

- Die wechselnden Jahreszeiten fordern die Kinder stets aufs Neue und prägen sie dadurch.

- Der Wald zeigt Kindern natürliche Grenzen auf.

- Durch Freispiel und wirkliche Rückzugsorte bieten sich mehr Möglichkeiten sich selbst zu finden und sich somit selbst besser kennen zu lernen.



3.2 Die Rolle der Erziehenden

Grundlegend für unsere Arbeit am Kind ist die Beobachtung. Diese

dokumentieren wir anhand von Beobachtungsbögen, welche uns als

Hilfe für Elterngespräche dienen. Auch ist die Kindesentwicklung so besser

Ersichtlich, überprüfbar und wird in dieser Form dokumentiert.

Oberste Priorität hat für uns zunächst, die Kinder vor äußeren

Umwelteinflüssen zu schützen. Hierzu zählen z.B. Unwetter oder Gefahren, durch Mensch, Tier und Pflanzen. Weiterführend ist es unsere Rolle, den Kindern Struktur zu geben und diese gemeinsam mit ihnen zu leben und zu entwickeln. Hierunter fällt auch das klare Aufzeigen der Grenzen und konsequentes Handeln.

Wir geben den Kindern Raum für freies ungestörtes Spiel, bieten ihnen aber auch regelmäßig themenorientierte, geleitete Angebote und freie Impulse an.

Wichtig ist uns hierbei die Kinder aktiv an Themen oder Erfahrungen heranzuführen und bei Bedarf Hilfestellung zu geben. Die Kinder sollen hierbei nach Möglichkeit ihre eigenen Erfahrungen machen können.





3.3 Einige wichtige Regeln bei uns im Wald

- Wir entfernen uns nur soweit von einander als dass wir uns noch gegenseitig hören können.

- Auf dem Weg zu unseren Tagesplätzen bleiben wir als Gruppe zusammen und warten an den abgesprochenen Haltepunkten.

- Wir schießen nicht auf Lebewesen.

- Die Kinder dürfen jederzeit das von ihnen mitgebrachte Taschenmesser benutzen. Wer schnitzt der sitzt.

- Wir lassen keinen Müll an unseren Plätzen zurück.

- Jedes Kind darf nach belieben einen Ball oder ein Buch mitbringen.

- Pflanzen im Wald dürfen nur nach Absprache mit den Erziehenden verzehrt werden.

- Pilze dürfen nicht angefasst, zerstört oder zum spielen benutzt werden.

- Achtung vor der uns umgebenden Natur.



3.4 Der Umgang mit Gefahren im Wald

Die Gefahren im Wald erscheinen auf den ersten Blick zunächst unüberschaubar und vielfältig. Dies erfordert von unserer Seite besondere Vorsorge.

Wir versuchen diese Gefahren zu minimieren, indem wir die Kinder angstfrei und verantwortungsvoll an Gefahren heranführen.

Hierbei ist es wichtig, dass die Kinder die Gefahren kennen und sich an die geltenden Regeln halten.

Für den Notfall sind wir mit Erste-Hilfe-Set und Mobiltelefon ausgerüstet und alle erziehenden Personen haben eine erste Hilfe Ausbildung am Kind absolviert welche nicht länger als 3 Jahre zurück liegt.

Ausführliche Informationen zu den Themen Tollwut, Fuchsbandwurm oder Zecken und der Umgang mit diesen Gefahren bei uns im Waldkindergarten erhalten neue Eltern im Betreuungsvertrag. Für weitere Fragen stehen der Vorstand und die Erziehenden gerne zur Verfügung.





3.5 Partizipation

Unsere Demokratie basiert auf den Menschenrechten und den damit verbundenen Grundwerten Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit. Diese individuellen Rechte gelten für alle Gesellschaftsmitglieder und somit auch für Kinder. UN Konvention 20.11.1989 Rechte des Kindes. Das demokratische Leitprinzip sichert den Kindern demokratisches Recht zu und undemokratische Verhaltensweisen werden somit abgewandt.

Unser ganz primäres Ziel ist es mit der Kindergartengruppe aber auch mit Teilgruppen oder auch einzelnen Kindern zu partizipieren.

D.h. für uns auf die Bedürfnisse, Meinung und Wünsche der Kinder mit einzugehen, diesen im Jahresverlauf sowie im Alltag viel Raum zu geben und starke Beachtung zukommen zu lassen bzw. es ist Teil unserer pädagogischen Arbeit die Interessen der Kindergartengruppe mit in diese einfließen zu lassen. Den Kindern wird im Alltag immer wieder die Möglichkeit gegeben am Tagesablauf sowie Verlauf konstruktiv mitzuwirken und Einfluss nehmen zu können. Sie können im Alltag sowie im Jahresverlauf bei Festen oder Ausflügen mit gestalten und mitbestimmen. Dies setzt für uns voraus, dass die Kinder sich als Mitbestimmer und Mitwirker verstehen lernen.So werden die Kinder in Entscheidungsprozesse welche die Gruppe betreffen mit einbezogen. So werden die Interessen der Kinder direkt in Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Die Kinder sollen sich an gewissen Prozessen mitbeteiligen.So sind die Kinder aktiv an stetigen Veränderungsprozessen beteiligt.

Rahmenbedingungen im Kindergartenalltag können durch die Ideen und Anregungen der Kinder gemeinsam mit diesen verändert werden. Die Kinder können unter Rücksichtnahme auf die allg. Rechte des Kindes Regeländerungen mitbeschließen. Mit Kindern zu partizipieren bedeutet für uns:

Mit diesen gemeinsam andauernde Veränderungsprozesse, bezogen auf konkrete Situationen, individuell zuzuschneiden und auszuhandeln wo die Grenzen der Freiheit liegen und wer dem anderen gegenüber bis wohin auch Verantwortung zu tragen hat.

In diesen Situationen ist für die Kinder direktes Mit- und Einwirken im Alltag möglich und gewünscht.

Morgenkreis:

In Reihe nach dem Alphabet darf ein Kind im Tagesablauf bestimmte Aufgaben übernehmen und Entscheidungen übernehmen. Dieses Kind ist unser Tageskind oder von den Kindern auch als Vornegeher bezeichnet. Dieses Kind verteilt an einer Fototafel, unter Mithilfe von Tiersymbolen, unsere Tagesdienste ( Händewaschdiesnte, Sanduhr-Vespertauschen, Hundefüttern, Mittelpunkt/ Feuer, Absperren der Straße )welche wir im Tagesablauf benötigen. Hierbei können sich die Kinder der Gruppe einbringen und Aufgaben übernehmen oder verzichten. Auch stimmen alle gemeinsam per Handzeichen über den anzulaufenden Tagesplatz ab.

Tageskind

Verteilt die Dienste im Morgenkreis, geht an der Straße als erstes und übernimmt beim queren der Straße geimensam mit den fachkräften die Verantwortung für die ganze Gruppe. D.h. gibt ein zeichen an die Gruppe, wenn gemeinsam hinüber gegangen werden kann. Desweiteren entscheidet das Tageskind darüber, an welchen Haltepunkten zum Tagesplatz gestoppt wird und darauf gewartet wird, dass die Gruppe wieder komplett beisammen ist. Beim Vespern entscheidet das Tageskind darüber welchen Vesperspruch wir zu Beginn des Frühstücks machen bzw. welches Fingerspiel wir spielen.



Freitagsvesper

Am Freitag kochen wir gemeinsam bzw. bereiten das Essen zu. Da eine Familie das Essen für alle Kinder der Gruppe mitbringt, kann das Kind/ die Kinder dieser Familie schon zuhause mit entscheiden, was es zu Essen geben soll. Es wird entschieden wer das Essen zubereiten soll, wer bei Bedarf grillen/ kochen soll, wie und wer den Tisch deckt und nach dem Essen das Geschirr und Essensreste verräumt. Auch kann mitentschieden werden, ob wir, je nach Tagesplatz, im Haus oder im freien Essen.



Fahrzeugtag

Am Fahrzeugtag gehen wir bei Bedarf einkaufen. Hierbei werden Besorgungen wie z.B. Toilettenpapier, Seife, Werzeuge, Materialien aus dem Baumarkt, evtl. Hundefutter und Bedarfsgegenstände eingekauft. Somit können die Kinder notwendige Dinge für die Gruppe direkt einkaufen. Sie können vorab entscheiden und Ideen äußern, was besorgt werden müsste oder was situationsbedingt notwendig wäre. Z.b Baumaterial, Seile, Nägel,Schnüre etc. Auch reparieren wir am Fahrzeugtag bei Bedarf kaputte Fahrzeuge der Kindergrupe oder erledigen kleinere Instandhaltungsreparaturen.



Ausflüge Feste

Die Kinder werden in konkreten Situationen in Prozesse mit einbezogen. Z.b. wer wird zu Gruppeninternen Festen eingeladen und wer nicht, was soll es zu Essen und Trinken geben, welche Ausflüge sind gewünscht, was wird dafür benötigt, etc.

Die Kinder sollen durch das stetige und aktive mitwirken die Chance erfahren, dass ihre Stimme und ihre Meinung einen Wert besitzt welcher unsere Gruppensituation und deren Entscheidungen mehr oder weniger stark mit beeinflussen kann.



Regeln und Abläufe

Regeln werden unter Berücksichtigung der gegenseitigen Verantwortung mit den Kindern geimeinsam besprochen und je nach Bedarf und den konkreten Interessen der Kinder verändert. Bedenken und Verständnisfragen der Kinder werden, mit Hilfe der Argumente der Gruppe neu vereinbart oder bleiben unverändert. Wobei hier gewisse Rahmenbedingungen wie z.B. Gefahrenbeurteilungen etc. von den Kindern nicht verändert werden können. Wir halten nahezu jeden Tag eine Kinderkonferenz in welcher jedes Kind vom Kindergarteneintritt an, die Möglichkeit bekommt, sich mit einzubringen. Hierbei werden Tagessituationen besprochen, bei welchen erhöter Klärungsbedarf besteht evtl neu Strukturiert und nochmals objektiv und Wertfrei gemeinsam bearbeitet.



3.6. Hunde als tägliche Begleiter

Nahezu täglich wird die Gruppe von zwei Hunden begleitet. Diese werden von den Kindern auf den Wegen zum Tagesplatz oder zum Abholplatz an der Leine geführt und auch von den Kindern gefüttert. Sie sind Teil der täglichen Gemeinschaft und sind fester Bestandteil der Rahmenstruktur. Mensch und Natur gehören seit jeher zusammen. Ohne Natur kann der Mensch nicht leben. Demnach fühlen wir uns der Natur zugehörig.

Wir haben das Bedürfnis, mit anderen Lebensformen in Verbindung zu sein. Zum Einen mit der unglaublichen Vielfalt von Lebewesen, d.h. Tieren und Pflanzen aber auch unserer Umgebung. Wenn Menschen Tieren begegnen, erleben sie direkt ein Gefühl der Verbundenheit und auch der Vertrautheit. Außer es wurden bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Das aktuelle Erziehungskonzept im Bereich der Umweltbildung sieht lebensechte und nahe Tierbegegnungen als Grundlage der Förderung im Elementarbereich und stetige Tierbegegnungen sind anzubieten. Kinder die ohne Erlebnisse mit Tieren aufwachsen, fehlen in ihrer Entwicklung existentiell wesentliche Erlebnisse und Erfahrungen.